München (ots) - Deutsche Kreditinstitute geraten im Filialvertrieb
immer stärker unter Druck. Sechs von zehn Deutschen wünschen sich eine
Online-Filiale, die das komplette Bankangebot abdeckt. Ebenso groß fällt
die Zustimmung zum Self-Service an öffentlich zugänglichen Terminals
aus. Jeder vierte Verbraucher
erklärt zudem, dass digitale Zahlungsdienste die Filialen künftig ganz
überflüssig machen. Das sind die Ergebnisse einer
bevölkerungs-repräsentativen Umfrage zur Zukunft der Banken. Die Unternehmensberatung Q_PERIOR befragte dafür 1.000 Bundesbürger.
Die Verbraucher bemängeln vor allem, dass viele Banken
Online- und Offline-Angebote nur schlecht miteinander verknüpfen.
Sieben von zehn Bundesbürgern raten den Instituten beispielsweise, in
der Beratung noch stärker auf individuelle Bedürfnisse einzugehen und
diese Filial-Leistung auch online aktiver anzubieten. Eine Möglichkeit
dafür stellen persönliche Finanzchecks dar. Fast 60 Prozent der
Deutschen wünschen sich, dass die Banken solche Instrumente stärker
nutzen, um mit konkreten Leistungsangeboten auf die Kunden zuzugehen.
Jeder Dritte kann sich sogar vorstellen, in der Filiale auch bankferne
Dienste in Anspruch zu nehmen - mit einem Bankberater als
Ansprechpartner in allen Lebenslagen.
"Den Filialbanken läuft die
Zeit davon, um neue Serviceangebote zu entwickeln oder bestehende zu
verbessern", sagt Thomas Vogt, Partner bei Q_PERIOR und Experte für
Kundenorientierung in der Finanzbranche. "Aktuell nehmen immer mehr
Kunden wahr, dass sich die Angebote online oder in der Filiale kaum noch
unterscheiden. Wer sich für ein bestimmtes Finanzprodukt interessiert,
kann sich zudem darauf verlassen, im Netz ein günstigeres Angebot zu
finden. Neu ist jedoch, dass der Trend zum Self-Service jetzt auch
Produkte zu erfassen scheint, die bislang als besonders
beratungsintensiv gelten."
38 Prozent der Deutschen erklären sich
zum Beispiel bereit, ihre Altersvorsorge mit Produkten aus einem
Online-Portfolio zu ergänzen, wie Riester-Renten oder
Lebensversicherungen. Jeder Vierte zeigt Interesse daran,
Immobilienkredite im Internet
abzuschließen - immerhin ein Finanzprodukt, das mit einem Volumen von
durchschnittlich 160.000 Euro zu Buche schlägt. Dazu Thomas Vogt: "Der
Geldwert eines Finanzprodukts entfällt zunehmend als Hemmschwelle, die
den Kunden im Zweifelsfall doch in die Filiale treibt. Quasi im
Vorbeigehen gemachte Pauschalangebote statt individuell zugeschnittene
Offerten dürften diesen Trend künftig sogar noch verstärken."
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