Mittwoch, 11. September 2013

Vertrauenskrise: Jeder dritte Kunde denkt über Bankenwechsel nach

Frankfurt am Main (ots) - "Der Wechsel allein ist das Beständige", sagte einst der Philosoph Arthur Schopenhauer. Das trifft heute insbesondere auf die Bankenbranche zu. Denn nach wie vor denkt ein hoher Prozentsatz der Kunden über einen Wechsel zu einem anderen Institut nach. 28 Prozent liebäugeln mit einer neuen Hauptbank. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative Kundenbankstudie 2013 "Zurück in die Zukunft" der auf Finanzdienstleister spezialisierten Unternehmensberatung EUROGROUP CONSULTING. 1.250 Bankkunden wurden dafür zu ihren Erwartungen an ein Geldhaus befragt.

Im vergangenen Jahr spielten 29 Prozent der Befragten mit dem Gedanken, ihre Hauptbank zu tauschen. Damit verharrt die Wechselbereitschaft der Bankkunden auf einem hohen Niveau. Am höchsten ist der Prozentsatz der Wechselwilligen bei Geschäftsbanken: 36 Prozent der Kunden flirten mit einem neuen Geldhaus - genau so viel wie in 2012. Am stärksten gestiegen ist die Wechselbereitschaft von Direktbankkunden. So denken heute 32 Prozent der Direktbankkunden über einen Austausch ihres Instituts nach - vier Prozentpunkte mehr als 2012. Nur im Segment der Sparkassenkunden ist die Wechselbereitschaft von 30 auf 26 Prozent zurückgegangen.

Direkten Einfluss auf die Wechselbereitschaft hat die Höhe des Gehalts. Nur 23 Prozent der Kunden, die mit weniger als 1.000 Euro Haushaltsnettoeinkommen auskommen müssen, sind abwanderungswillig. Mit zunehmenden Einkommen steigt der Prozentsatz. So sind 50 Prozent der Kunden, die mehr als 5.000 Euro im Monat ausgeben können, offen für eine neue Bank.

Große Unterschiede gibt es auch im Bundesländer-Vergleich. So haben Saarländer das höchste Vertrauen in ihre Hausbank. Auf Platz zwei folgen die Einwohner von Rheinland-Pfalz. Das geringste Vertrauen haben die Bewohner von Mecklenburg-Vorpommern in ihr Institut. Nur unmerklich mehr haben die Berliner in ihre Geldhäuser (siehe Tabelle).

Ein wesentlicher Grund für die alarmierenden Zahlen ist das abnehmende Vertrauen in das eigene Bankinstitut. So bezeichnet aktuell nur jeder Dritte das Verhältnis zu seinem Bankberater als vertrauensvoll - 2012 waren es noch 42 Prozent. Dabei sind Vertrauen und die persönliche Beziehung zum Bankberater entscheidende Faktoren einer nachhaltigen Kundenbeziehung. Kunden, die das Verhältnis zu ihrem Berater als misstrauisch bezeichnen, sind besonders wechselwillig. Besonders eklatant ist der Vertrauensverlust von Direktbank-Kunden: Nur 21 Prozent der Befragten bezeichnen das Verhältnis zu ihrer Bank aktuell als vertrauensvoll - 27 Prozentpunkte weniger als noch 2012.

"Die Vertrauenskrise ist entstanden, weil viele Banken den persönlichen Kontakt mit ihren Kunden grob vernachlässigen", sagt Studienleiter Heinrich Piermeier, Partner von EUROGROUP CONSULTING. "Der Kunde steht nicht mehr im Mittelpunkt des Interesses, seine Wünsche werden von den Instituten nicht wahrgenommen und berücksichtigt". Um die Misere zu beheben, rät Piermeier zu einem vertrauensorientierten Geschäftsmodell. "Damit können die Banken wieder den emotionalen Zugang zu den Kunden erlangen." Die Philosophie und der strategische Ansatz müssen sich im konkreten Handeln abbilden.

Tabelle: Wie würden Sie das Verhältnis zu Ihrer Bank bezeichnen?

   Vertrauens-Ranking nach Bundesland:

   1   Saarland                 1,70
   2   Rheinland-Pfalz          1,73
   3   Bremen                   1,78
   4   Hamburg                  1,86
   5   Niedersachsen            1,92
   6   Brandenburg              1,93
   7   Schleswig-Holstein       1,93
   8   Bayern                   1,94
   9   Thüringen                2,00
  10   Nordrhein-Westfalen      2,05
  11   Baden-Württemberg        2,10
  12   Sachsen-Anhalt           2,11
  13   Hessen                   2,12
  14   Sachsen                  2,15
  15   Berlin                   2,18
  16   Mecklenburg-Vorpommern   2,30

  Legende:
  1 = vertrauensvoll, 2 = geschäftsmäßig, 3 = neutral/ distanziert/
misstrauisch

Eine Ländergrafik können Sie unter karim.schaefer@faktenkontor.de erhalten.

Zur Studie:

Die repräsentative Kundenbankstudie 2013 "Zurück in die Zukunft" wurde im Auftrag von EUROGROUP CONSULTING durchgeführt. Im zweiten Quartal 2013 wurden insgesamt 1.250 Bankkunden ab 18 Jahren mit Hauptwohnsitz in Deutschland befragt. Zur Wechselbereitschaft wurde die Frage gestellt: "Könnten Sie sich vorstellen, innerhalb der nächsten 12 Monate Ihre Hauptbank zu wechseln? Mehr Informationen zur Studie und Lösungswege für Banken und Sparkassen erhalten Sie unter www.eurogroupconsulting.de.

Mittwoch, 4. September 2013

Lebensversicherer: Nettotarife statt Staatshilfe nutzen

Berlin (ots) - Lebensversicherer sollten Nettotarife ohne Vertriebsprovision anbieten und damit bei den Kosten für den Vertrieb sparen statt nach staatlicher Hilfe zu rufen. Das sagt Erwin Bengler, Experte für Lebensversicherungen bei der Honorarberaterbank quirin bank AG. Auf diese Weise müssten Ausschüttungen aus Bewertungsreserven nicht verzögert oder verringert werden und kämen dem Verbraucher zugute.

Am 2. September 2013 musste sich auch der Finanzausschuss des Bundestages mit der immer schwieriger werdenden Situation der Lebensversicherungen beschäftigen. Weil die Zinsen so niedrig sind haben die Lebensversicherer Schwierigkeiten, ihren Kunden die prognostizierten Überschussbeteiligungen auszuzahlen. Die Versicherungsunternehmen baten daher die Aufsichtsbehörden, die Bewertungsreserven nicht in vollem Umfang an die Versicherten ausschütten zu müssen. Damit bliebe mehr Geld im System und die niedrigen Zinsen ließen sich länger aushalten.

"Hier ruft eine Branche nach staatlicher Unterstützung, die ihre eigenen Hausaufgaben noch nicht erledigt hat", sagt Honorarberater Erwin Bengler. Allein für den Vertrieb der Lebensversicherungen würden in der Regel zwischen drei und fünf Prozent der Sparbeiträge aufgewendet. "Diese Kosten lassen sich deutlich reduzieren, wenn die Versicherungen auf Nettotarife umstellen, also keine Vertriebsprovisionen einrechnen", so Bengler. "Das vergrößert den Spielraum, auch mit niedrigen Zinsen klarzukommen."

Für Kunden kostenmäßig transparente Nettotarife werden von einigen Versicherungen für Honorarberater angeboten, haben sich aber in der Breite noch nicht durchgesetzt. "Natürlich ist es für einen Vertrieb interessanter, eine hohe einmalige Abschlussprovision zu verdienen, wenn er dem Kunden eine Lebensversicherung verkauft", so Bengler. Bei einer monatlichen Sparrate des Kunden von 100 Euro kommen über 20 Jahre 24.000 Euro an Sparbeitrag zusammen. Fünf Prozent davon, also 1.200 Euro, fließen bereits zu Beginn der Vertragslaufzeit an den Vertrieb. Würde dieses Geld als Sparbeitrag in die Versicherung fließen, ließe sich ein deutlich besseres Ergebnis erzielen. "Noch mehr Abschlussprovisonen fließen bei dynamisierten Verträgen, hier greift der Zinseszins-Effekt zum Vorteil des Vertriebs und zum Nachteil des Kunden. Ganz anders verhält es sich bei Nettotarifen: Während bei den herkömmlichen Tarifen von der Sparleistung des Kunden die Vertriebsvergütung abgezogen werden muss, fließen bei Nettotarifen die Einzahlungen in vollem Umfang in die Versicherung des Kunden", erklärt Erwin Bengler.

Wie stark die Versicherungen dem Provisionsvertrieb verhaftet sind, zeigt auch ein weiterer Hilferuf, die Abschlussprovisionen gesetzlich auf 2 Prozent zu deckeln. "Offensichtlich befürchten die in hartem Wettbewerb stehenden Versicherungsunternehmen, dass bei einer spürbaren Senkung der Abschlussprovisionen große Vertriebsorganisationen höher provisionierte Produkte des Wettbewerbers verkaufen. Anscheinend traut sich kein Versicherungsunternehmen, diesen ersten, riskanten Schritt zu machen und ruft deshalb nach dem Gesetzgeber", mutmaßt Bengler. Hier zeige sich der Vorteil der Honorarberatung, denn bei dieser vom Produktverkauf und von Vertriebsprovisionen unabhängigen Beratung werde nur einmal ein transparentes Honorar fällig. "Honorarberater nutzen Nettotarife, die dem Kunden zugute kommen. Versicherer könnten dadurch ihre Kosten senken und trotz der niedrigen Marktzinsen ihre Versprechen auch ohne Tricks mit den Bewertungsreserven halten", sagt Bengler.

Mittwoch, 28. August 2013

G20-Gipfel und Gegengipfel in Sankt Petersburg

Moskau (ots/PRNewswire) - Vom 3. bis 4. September findet in Sankt Petersburg ein Gegengipfel statt. Die internationale Grossveranstaltung soll als Alternative zum G20-Gipfel im September dienen und zur Entwicklung neuer wirtschafts- und sozialpolitischer Prinzipien beitragen, die nicht auf dem "Konsens von Washington" beruhen. Dabei werden Wege zur Lösung von Problemen aufgezeigt, die mit der Krise der US-amerikanischen Hegemonie, dem "Freihandel" und der WTO in Verbindung stehen. Weltbekannte Experten, Politiker, Ökonomen und Sozialwissenschaftler aus Europa, Asien, Afrika sowie Nord- und Südamerika werden an diesem internationalen Gegengipfel teilnehmen, der von der "Postglobalization"-Initiative organisiert wird. Im Rahmen des Gegengipfels werden Podiumsdiskussionen, Seminare und öffentliche Lesungen stattfinden.

Der Gegengipfel von Sankt Petersburg ist im Zusammenhang mit der anhaltenden Wirtschaftskrise besonders wichtig. Durch die Krise treten die historischen Grenzen des Neoliberalismus zutage: Der Kapitalismus hat weltweit an Effektivität eingebüsst. Die Völker stehen vor der Aufgabe, im sozialen Bereich neue wirtschaftspolitische Grundsätze und Vorgehensweisen zu verfolgen. Der Gegengipfel soll der Gesellschaft dabei helfen, eine Entscheidung zu treffen, von Kritik am Neoliberalismus Abstand zu nehmen und radikale Veränderungen zu bewirken. Der Übergang von einem schwachen zu einem starken Staat, von wirtschaftlicher Nichtintervention zur Regulierung, ist in vollem Gange. Qualitative politische Veränderungen auf Basis der Wahrung sozialer, kultureller, wissenschaftlicher und technologischer Prioritäten sind erforderlich. Der Gegengipfel steht vor der Aufgabe, eine Alternativstrategie festzulegen, die sich auf die mittlerweile Realität gewordene multipolare Weltökonomie bezieht - frei von der US-amerikanischen Hegemonie und der Dominanz transnationaler Konzerne.

Das Programm des Gegengipfels umfasst folgende Themen: Probleme auf den Finanzmärkten, die Politik des IMF und der Weltbank, die globale Wirtschaftskrise, Schuldenprobleme und Haushaltseinsparungen. Die Themenbereiche wirtschaftliche Regulierung, Lebensmittelsicherheit, Umweltschutz, Arbeits- und Sozialrecht sowie Veränderungen im Energiewesen werden ebenfalls erörtert. Im Gegensatz zu liberalen Politikern vertreten die Teilnehmer des Gegengipfels die Ansicht, dass die Antwort auf die Krise in der Bildung eines Sozialstaats und nicht in der Kommerzialisierung von Kollektivgütern liegen sollte.

Bedeutende internationale Organisationen werden am Gegengipfel teilnehmen, darunter: Focus On The Global South, Global Exchange, ATTAC, Via Campesina, das Institut für Landwirtschaft und Handelspolitik, Our World Is Not For Sale (OWINFS), das Tax Justice Network (TJN), Latindadd, das Komitee zur Streichung der weltweiten Schuldenlast, die Campagna per la riforma della Banca mondiale (CRBM), die Plataforma Interamericana de Derechos Humanos, Democracia y Desarrollo (PIDHDD) aus Lateinamerika, das Centre for Civil Society (CSS), Globalization Monitor, das Institut für Globalisierung und soziale Bewegungen und viele weitere mehr.

Die "Postglobalization"-Initiative wurde in Zusammenarbeit mit dem Transnational Institute (TNI), Focus On The Global South, dem Institut für Globalisierung und soziale Bewegungen, ATTAC FRANCE und weiteren internationalen Instituten ins Leben gerufen. Die internationale Postglobalization-Initiative zielt darauf ab, neue Wege zur Rettung der unter dem Scheitern des neoliberalen Projekts leidenden Wirtschaft zu erkunden.

Montag, 19. August 2013

Der weltweite Getreidemarkt profitiert von den vereinfachten Exportverfahren der Ukraine - OECD-Experte

Kiew, Ukraine (ots/PRNewswire) - Neue Exportrichtlinien in der Ukraine, zu der auch ein Zollverfahren für Getreideexporte gehört, wären eine gute Idee, meint laut Zitat von btb.tv Ken Ash, der Leiter der Direktion für Handel und Landwirtschaft der OECD. Seiner Meinung nach würden die Kosten für Getreide abnehmen, wenn die Regierung vorhersehbarere, konsistentere und transparentere Zollverfahren einführen würde. Ein weiterer Faktor, der den weltweiten Getreidemarkt in diesem Jahr stabilisieren würde, seien seiner Meinung nach die Rekordernten in der Ukraine und in mehreren anderen Ländern.

Nach der Einführung der neuen Zollrichtlinien müssen Getreideexporteure nur noch die phytosanitärische und radiologische Zertifizierung einreichen, informierte der Branchenanalyst Ruslan Shvets, Leiter von AgroNews, in seinem Kommentar für latifundist.com. "Die Regierung hat alle notwendigen Massnahmen für einen freien und ungehinderten Getreideexport eingeführt", erklärte Shvets.

Die neuen Zollverfahren wurden in der Ukraine mit dem Zollkodex von 2012 eingeführt. Der Kodex reduziert die Dokumentationsarbeit für den Zoll und verkürzt die maximale Verfahrensdauer von 24 auf 4 Stunden. Darüber hinaus kann nun jedes Zollamt für die Bearbeitung gewählt werden.

Die neuen Zollverfahren würden den Getreidesektor intensivieren und Korruption bei Zollbehörden nahezu unmöglich machen, meinte Shvets. Infolgedessen sind die Getreideexporte seit Beginn des Wirtschaftsjahres um 24 Prozent gestiegen. Darüber hinaus könnten die Preise für die Logistik von Getreide ebenfalls sinken, wodurch die Händler von höheren Gewinnen und die nationale Wirtschaft profitieren könnten. Die Ukraine plant, ein Spitzenwert von 28 Millionen Tonnen Getreide in diesem Wirtschaftjahr zu exportieren.
Es wird erwartet, dass die Ukraine dieses Jahr zu den fünf weltweit grössten Getreideexporteuren gehören wird, erklärte am 15. August 2013 der Minister für Agrar- und Nahrungsmittelpolitik Mykola Prysyazhnyuk. Die Ukraine strebe danach, der zweitgrösste Getreideexporteur der Welt nach den USA zu werden, erklärte er. Das osteuropäische Land zielt darauf ab, 10 Prozent Marktanteil im Getreidemarkt zu erlangen, von dem erwartet wird, dass er im Jahr 2013 286 Millionen Tonnen umfassen wird.

Im Jahr 2013 könnte die Ukraine zum drittgrössten Maisexporteur, viertgrössten Gerstenexporteur und sechstgrössten Weizenexporteur werden. Die Ukraine hat seinen Getreidehandel inzwischen auch bis nach Asien ausgeweitet. Derzeit werden Weizen, Gerste und Soja aus der Ukraine von den chinesischen Behörden zertifiziert.

Interessanterweise erklärte Prysyazhnyuk im Juni 2013, dass die USA plane, den Import von Getreide aus der Ukraine näher in Betracht zu ziehen.

Mittwoch, 14. August 2013

KfW schützt bedrohte Ökosysteme in Asien - erstmals Kooperation mit der ASEAN Region

Frankfurt (ots) -Der Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank unterzeichnete einen Vertrag über 10 Mio. EUR für geeignete Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt in der ASEAN-Region (Association of Southeast Asian Nations). Unterstützt werden im Rahmen des so genannten Small Grants Programme (SGP) ländliche Kommunen und Nichtregierungsorganisationen in und um die ASEAN Heritage Parks. Es handelt sich hierbei um die erste Zusammenarbeit zwischen der KfW und dem südostasiatischen Staatenbund, der die Mitgliedsstaaten Brunei Darussalam, Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam umfasst.

"Die Ökosysteme in der ASEAN Region sind bedroht. Bevölkerungswachstum und wirtschaftliche Entwicklung bei gleichzeitig hoher Armut belasten die Umwelt zunehmend. Besonders die ländliche Bevölkerung ist auf die lebensnotwendigen Ressourcen wie sauberes Wasser und fruchtbare Böden für die Landwirtschaft, Holz zum Bauen und Kochen oder Mangrovenwälder zum Schutz vor Überschwemmungen angewiesen. Die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung und der Schutz der Umwelt müssen in Einklang gebracht werden", sagte Dr. Norbert Kloppenburg, Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe.

An diesem Punkt setzt die Kooperation an. In den Ländern der ASEAN-Region werden Kleinvorhaben gefördert, die sowohl den lokalen Bewohnern wirtschaftlich helfen und gleichzeitig die Natur schützen. Das können beispielsweise Maßnahmen zum ökologischen Kaffee- und Reisanbau sein, oder auch Aufforstungen, um nachhaltige Holzwirtschaft zu ermöglichen. Das Vorhaben konzentriert sich zunächst auf zwei Parks in Indonesien und vier in Myanmar, wo eine Kooperation mit nicht-staatlichen, internationalen und nationalen Organisationen vorgesehen ist.

Montag, 12. August 2013

Sparquote unter jungen Menschen fast dreimal so hoch wie im Durchschnitt aller Haushalte

Frankfurt am Main (ots) - Das Sparverhalten von Jugendlichen bleibt auch 2013 unverändert hoch. Von durchschnittlich 467 Euro, die jungen Erwachsenen monatlich zur Verfügung stehen, legen sie rund 129 Euro auf die Seite. Damit erzielen sie wie bereits im Vorjahr einen erstaunlich hohen Sparanteil von 28 Prozent. Die Sparquote unter jungen Menschen ist somit fast dreimal so hoch wie die der privaten Haushalte in Deutschland insgesamt, die 2012 bei rund 10 Prozent lag (Quelle: Deutsche Bundesbank). Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Deutschen Bank zum Internationalen Tag der Jugend am 12. August unter Schülern, Auszubildenden, Studenten und Berufstätigen im Alter zwischen 14 und 25 Jahren.

Junge Männer haben 2013 durchschnittlich 485 Euro und somit 9 Euro weniger in der Tasche als im Vorjahr. Dennoch legen sie mit 151 Euro mehr auf die hohe Kante als 2012 (145 Euro). Junge Frauen sparen dagegen 107 Euro und damit weniger als 2012 (115 Euro) - obwohl ihnen mit 449 Euro in diesem Jahr 11 Euro mehr zur Verfügung stehen. Bemerkenswert: Junge Frauen verfügen zwar weiterhin über weniger Einkommen als ihre männlichen Altersgenossen; der Einkommensunterschied verringerte sich jedoch im Vergleich zum Vorjahr um beachtliche 36 Prozent. Die Einnahmen stammen aus Taschengeld, Nebenjobs, Ausbildung und Berufstätigkeit.

Bei den Sparformen fahren die meisten jungen Menschen mehrgleisig. Die Spareinlage spielt beim Vermögensaufbau weiterhin eine zentrale Rolle. Mit 65 Prozent ist sie - ob als klassisches Sparbuch, Sparcard oder Sparplan - mit großem Abstand die beliebteste Sparform der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Es folgen wie in den Vorjahren mit deutlichem Abstand Tagesgeldkonto (38 Prozent) und Bausparvertrag (23 Prozent). Die Riester-Rente wird von 13 Prozent genutzt, Aktien und Fonds von 9 Prozent und Lebensversicherungen von 7 Prozent. Interessant: Setzten 2012 noch 9 Prozent der Frauen bei der Vermögensbildung auf Aktien und Fonds, sind es in diesem Jahr nur noch 4 Prozent. Frauen sind demnach deutlich risikoaverser als noch im Jahr zuvor. Bei den männlichen Befragten stieg der Anteil von denen, die Geld in Aktien und Fonds anlegen, dagegen sogar leicht auf 15 Prozent an (2012: 14 Prozent).

Bei den Sparzielen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen stehen mit 52 Prozent weiterhin konkrete Konsumwünsche wie beispielsweise Führerschein, Auto, Reise oder Elektronik an erster Stelle. 23 Prozent legen Geld für die Ausbildung, Studium oder Praktika zurück, 19 Prozent für die Altersvorsorge. Damit nimmt das Sparen für die Ausbildung weiter ab: Während im Vorjahr 26 Prozent Geld für ihre Bildung zurücklegten, waren es 2011 immerhin noch 29 Prozent und 2010 sogar jeder dritte Jugendliche.

Beim Thema Altersvorsorge gibt es ebenfalls einen interessanten Trend: Studenten sorgen stärker für das Alter vor. Waren es 2012 nur 15 Prozent, schafft mittlerweile mehr als jeder vierte Studierende Rücklagen für das Alter. Anscheinend haben hier auch ökonomische Unsicherheiten Einfluss: Mit 63 Prozent machen sich wieder mehr Jugendliche Sorgen um ihre wirtschaftliche Zukunft als noch vor einem Jahr (58 Prozent).

An der repräsentativen Online-Umfrage der Deutschen Bank anlässlich des Internationalen Tags der Jugend nahmen mehr als 1.000 zufällig ausgewählte Bundesbürger im Alter von 14 bis 25 Jahren teil. Die Befragung wurde im Juli 2013 durchgeführt.

Freitag, 9. August 2013

Internationaler Tag der Jugend am 12. August - eco Projekt CEBRA vermittelt E-Business-Wissen für Auszubildende

Köln (ots) - Die Welten von Jugendlichen und Erwachsenen zusammenbringen: Dieses Ziel verfolgt der Internationale Tag der Jugend am 12. August. Weltweit möchten die Vereinten Nationen bei Erwachsenen Verständnis für die Perspektive junger Menschen fördern und die Jugendlichen zur Teilhabe ermuntern. Der Verband der deutschen Internetwirtschaft eco unterstützt junge Auszubildende dabei, das Rüstzeug dafür zu erwerben: Sein Projekt CEBRA vermittelt praxistaugliches Wissen über das im gesamten Wirtschaftsleben immer wichtigere E-Business.

Digitale Wirtschaft wird immer wichtiger: So ist die deutsche Internetwirtschaft im engeren Sinne ein Wachstumstreiber für die Gesamtwirtschaft. Aber auch die klassischen Branchen erzielen immer größere Teile ihres Umsatzes über digitale Vertriebswege. Expertenprognosen zufolge wird bereits in vier Jahren mehr als die Hälfte des deutschen Bruttoinlandsprodukts mittels E-Commerce erzielt.

Wissen für die Arbeitswelt von morgen
Wer in der Arbeitswelt von morgen Erfolg haben und die Gesellschaft mitgestalten möchte, benötigt daher Grundwissen zur digitalen Wirtschaft - am besten von Anfang an. eco vermittelt dieses Wissen an Auszubildende mit dem Programm "Counselor for E-Business Related Assignments" (CEBRA). Die Jugendlichen können darin E-Business-Projekte von der Planung bis zum Abschluss nachvollziehen und erlernen so die notwendigen Grundlagen. Sie erwerben dabei ein Zertifikat, mit dem sie ihre Kompetenz für künftige Arbeitgeber nachweisen können.

Grundlagen und Praxis
CEBRA kann im Rahmen der Berufsschulausbildung, aber auch im Unternehmen selbst durchgeführt werden. Die Inhalte werden mittels E-Learning oder im Präsenzunterricht - oder in einer Kombination aus beiden Varianten vermittelt. In insgesamt 40 Stunden erarbeiten die Teilnehmer zum einen Basiskenntnisse zu übergreifenden Themen wie Markt im Internet, E-Business und IT-Technologien. Zum anderen steigen sie in konkrete, geschäftlich relevante Fragen ein: Wie entwickelt man einen Businessplan? Welche rechtlichen Grundlagen muss man berücksichtigen? Wie vermarktet man eine gute Idee?

Projektleiter Matthias Kurzhals blickt zurück auf positive Erfahrungen: "Die Teilnehmer der CEBRA-Kurse eignen sich in kurzer Zeit das zeitgemäße Wissen an, um in ihren Unternehmen an wichtigen Innovationsprojekten mitzuarbeiten. Wir sind stolz darauf, dass wir damit jungen Menschen helfen, die Zukunft zu gestalten."

eco (www.eco.de) ist mit mehr als 650 Mitgliedsunternehmen der größte Verband der Internetwirtschaft in Europa. Seit 1995 gestaltet der eco-Verband maßgeblich die Entwicklung des Internets in Deutschland, fördert neue Technologien, Infrastrukturen und Märkte, formt Rahmenbedingungen und vertritt die Interessen der Mitglieder gegenüber der Politik und in internationalen Gremien. In den eco-Kompetenzgruppen sind alle wichtigen Experten und Entscheidungsträger der Internetwirtschaft vertreten und treiben aktuelle und zukünftige Internetthemen voran.

Tagesgeldzinsen weiterhin rückläufig

Leipzig (ots) - Das sind keine rosigen Aussichten für Anleger von Tagesgeld, denn die Zinsen sinken weiter. Das zeigt auch die Statistik auf http://ots.de/Xp97w.

So erhielten Sparer im Juli lediglich 0,80 % Zinsen aufs Tagesgeld bei einer Anlagesumme von 5.000 Euro. Bei Einlagen von 50.000 Euro waren es immerhin noch 0,81 %. Das ist kein Wunder, denn der EZB-Leitzins hat seinen Tiefpunkt von 0,5 % auch in diesem Monat nicht verlassen. Eine Änderung erfuhr vielmehr zum Leidwesen der Sparer die Realrendite, also der Nominalzins abzüglich der Inflationsrate. Diese rutschte noch weiter ins Minus.

Der Blick auf http://ots.de/rG0Ra macht es deutlich. Im Juli erhöhte sich die Inflation auf 1,90 %. Das Resultat sind die sinkenden Realrenditen. An einem Beispiel aufgezeigt, bedeutet das: bei einer Anlage von 5.000 Euro sank die Realrendite auf -1,10 % und bei 50.000 Euro auf -1,09 %.
Möchten auch Sie monatlich über die Zinsentwicklung von Tagesgeldern sowie über die Entwicklung der Realrendite informiert werden? Dann nutzen Sie die aussagekräftigen Monatsvergleiche von Tagesgeldvergleich.net unter http://www.tagesgeldvergleich.net/statistiken/.

Aktuell befinden sich 105 Angebote im Portfolio des Fachportals, die analysiert und bewertet werden. Alle Konditionen erfahren eine tägliche Aktualisierung mit Hilfe der Tagesgeld-Rechner und Tagesgeldvergleiche. Sparer haben somit die Möglichkeit sich jederzeit über die besten Angebote zu informieren.

Dienstag, 30. Juli 2013

Loyalitätskrise: Deutsche Banken müssen mehr für ihre Kunden tun

München (ots) - FICO, ein führender Anbieter von prädiktiver Analytik und Lösungen für das Decision Management, und die European Financial Marketing Association (Efma), geben die Ergebnisse des achten "European Credit Risk Survey" über notleidende Kredite und die Kreditversorgung für Unternehmen und Privatleute bekannt. Neben den aktuellen Entwicklungen wurden die Teilnehmer dieses Mal auch zum Verhältnis von Banken zu Ihren Kunden befragt. In der im Mai und Juni 2013 durchgeführten Befragung prognostizierten 41 Prozent der befragten Bankexperten, dass Bankkunden ihre Spareinlagen zu anderen Instituten transferieren werden. Für die Girokonten gilt dies in ähnlichem Maße (42%). Die Werte aus dem deutschsprachigen Markt liegen hier deutlich über dem europäischen Durchschnitt.

Gerade einmal 14 Prozent der Befragten sehen europaweit die Bereitschaft der Verbraucher, bei ihrer aktuellen Bank ein neues Konto zu eröffnen und nicht einmal jeder Fünfte glaubt (18%), dass Bankkunden ihren Freunden eine Kontoeröffnung bei ihrem aktuellen Institut empfehlen würden. "Unzufriedene Kunden sind eher bereit, ihre Konten und Verträge zu anderen Instituten zu verlagern", sagt Phillip Sertel, Senior Director Central & Eastern Europe and the Middle East bei FICO. "Deswegen interessieren sich derzeit auch so viele Banken für Messmethoden wie den Net Promoter Score. Denn mit diesem Tool können sie herausfinden, ob ihre Kunden dauerhaft unzufrieden sind, und entsprechend reagieren. Die Banken müssen in jedem Fall beobachten, wie es um die Kundenzufriedenheit bestellt ist."

Bankkunden fordern mehr Flexibilität
Im Kreditgeschäft verlangen die Kunden mehr Flexibilität von den Banken: Zwei von drei Risikomanagern sagten, dass immer mehr Kreditnehmer dazu übergehen könnten, Änderungen an ihrem Darlehensvertrag anzufragen. Und mehr als die Hälfte ist der Meinung, dass Bankkunden in Europa immer offener dafür werden, sich Fremdkapital mit alternativen Mitteln zum klassischen Kredit beschaffen. Im deutschsprachigen Markt liegen beide Werte bei 50 Prozent. Kleine und mittelständische Unternehmen dürften es nach Einschätzung der befragten Risikomanager künftig wieder etwas schwerer haben, sich mit Krediten zu versorgen. 46 Prozent der Befragten sehen einen wachsenden Kreditbedarf, aber nur 35 Prozent sehen eine gesteigerte Bereitstellung von Krediten - im Gegensatz zum deutschsprachigen Markt, wo man optimistisch ist, den Bedarf decken zu können. Auch die europäischen Verbraucher werden voraussichtlich unter einem Versorgungsengpass leiden, allerdings fällt dieser geringer aus: 39 Prozent prognostizieren einen Anstieg der Kreditnachfrage, während lediglich 33 Prozent glauben, dass die Banken das bereitgestellte Kreditvolumen erhöhen werden.

Das Risiko von Zahlungsschwierigkeiten und Kreditausfällen bewerten die Experten zwar etwas niedriger als in vorherigen Umfragen, insgesamt ist es aber immer noch sehr hoch: Mehr als 40 Prozent sehen Zuwächse bei Hypothekendarlehen und Überziehungskrediten: Bei Geschäftskrediten für Kleinunternehmer gilt dies sogar für mehr als die Hälfte (52%). "Die Schätzungen variieren für die verschiedenen Märkte", sagt EFMA-Generalsekretär Patrick Desmarès. "Insgesamt bewegen sich die Kreditnachfrage und das -angebot in vielen Ländern auf einem niedrigen Niveau."

An der Umfrage nahmen zwischen Mai und Juni 2013 europaweit mehr als 80 Risikomanager von 72 Kreditinstituten teil. Weitere Informationen sind im Internet unter folgendem Link erhältlich: www.efma.com/index.php/resources/studies/detail/EN/1/507/1-XH045.

Montag, 29. Juli 2013

Kommunale Blitzbefragung der KfW: leicht optimistischer Ausblick

Frankfurt (ots) - Die Gesamtfinanzierungssituation der Kommunen hat sich gegenüber dem zweiten Halbjahr 2012 verbessert: Die Hälfte der Kommunen beurteilen diese als befriedigend oder besser. Das ist das Ergebnis der neuesten KfW Blitzbefragung Kommunen, bei der rund 120 kommunalen Finanzexperten ihre Einschätzung lieferten. "Erfreulich ist auch der noch optimistischere Ausblick für die zweite Jahreshälfte 2013. Hierbei dürfte die prognostizierte Verbesserung der Steuereinnahmesituation eine wesentliche Rolle spielen. Allerdings nimmt die Diskrepanz zwischen den Kommunen weiterhin zu. Dies darf trotz insgesamt positiverer Entwicklung nicht vernachlässigt werden", sagt Chefvolkswirt Dr. Jörg Zeuner. Kommunen, die die aktuelle Finanzierungssituation als mangelhaft bewerten, schauen deutlich negativer in die Zukunft als jene, die die Finanzierungssituation als gut bewerten.

Die kommunale Investitionstätigkeit im Jahr 2013 wird von den Experten als stabil eingeschätzt. Der Ausblick auf die nächsten sechs Monate ist dabei leicht optimistischer als noch in der letzten Blitzbefragung. "Damit ist die Investitionstätigkeit aber voraussichtlich immer noch zu niedrig, um den bestehenden Investitionsrückstand merklich abzubauen", so die Einschätzung von Zeuner. Für die Investitionskreditnachfrage wird in der zweiten Jahreshälfte im Vergleich zur derzeit eher ausgeglichenen Situation eine leichte Belebung erwartet. 22% der Experten rechnen mit einer hohen, 15% mit einer geringen Nachfrage. Die Nachfrage nach Kassenkrediten befindet sich weiterhin auf einem zu hohem Niveau, auch wenn die Wachstumsraten geringer werden. Damit bleiben deutliche Refinanzierungsrisiken, sobald das Zinsniveau steigt.

Die kommunalen Experten bewerten die aktuellen Kreditaufnahmebedingungen nach wie vor positiv, auch wenn sich auf Sicht von sechs Monaten die Einschätzung leicht verschlechtert. Die Kommunen sichern sich daher die momentan günstigen Zinssätze mit längeren Laufzeiten ihrer Investitionskredite: Fast die Hälfte der Befragten (45%) rechnet mit einem steigenden Anteil der Investitionskredite mit Laufzeiten von mehr als 10 Jahren. An alternativen Finanzierungsinstrumenten besteht weiterhin nur ein eher geringes Interesse.

Freitag, 26. Juli 2013

61 Prozent der Deutschen wollen reine Internetbanken

München (ots) - Deutsche Kreditinstitute geraten im Filialvertrieb immer stärker unter Druck. Sechs von zehn Deutschen wünschen sich eine Online-Filiale, die das komplette Bankangebot abdeckt. Ebenso groß fällt die Zustimmung zum Self-Service an öffentlich zugänglichen Terminals aus. Jeder vierte Verbraucher erklärt zudem, dass digitale Zahlungsdienste die Filialen künftig ganz überflüssig machen. Das sind die Ergebnisse einer bevölkerungs-repräsentativen Umfrage zur Zukunft der Banken. Die Unternehmensberatung Q_PERIOR befragte dafür 1.000 Bundesbürger.

Die Verbraucher bemängeln vor allem, dass viele Banken Online- und Offline-Angebote nur schlecht miteinander verknüpfen. Sieben von zehn Bundesbürgern raten den Instituten beispielsweise, in der Beratung noch stärker auf individuelle Bedürfnisse einzugehen und diese Filial-Leistung auch online aktiver anzubieten. Eine Möglichkeit dafür stellen persönliche Finanzchecks dar. Fast 60 Prozent der Deutschen wünschen sich, dass die Banken solche Instrumente stärker nutzen, um mit konkreten Leistungsangeboten auf die Kunden zuzugehen. Jeder Dritte kann sich sogar vorstellen, in der Filiale auch bankferne Dienste in Anspruch zu nehmen - mit einem Bankberater als Ansprechpartner in allen Lebenslagen.

"Den Filialbanken läuft die Zeit davon, um neue Serviceangebote zu entwickeln oder bestehende zu verbessern", sagt Thomas Vogt, Partner bei Q_PERIOR und Experte für Kundenorientierung in der Finanzbranche. "Aktuell nehmen immer mehr Kunden wahr, dass sich die Angebote online oder in der Filiale kaum noch unterscheiden. Wer sich für ein bestimmtes Finanzprodukt interessiert, kann sich zudem darauf verlassen, im Netz ein günstigeres Angebot zu finden. Neu ist jedoch, dass der Trend zum Self-Service jetzt auch Produkte zu erfassen scheint, die bislang als besonders beratungsintensiv gelten."

38 Prozent der Deutschen erklären sich zum Beispiel bereit, ihre Altersvorsorge mit Produkten aus einem Online-Portfolio zu ergänzen, wie Riester-Renten oder Lebensversicherungen. Jeder Vierte zeigt Interesse daran, Immobilienkredite im Internet abzuschließen - immerhin ein Finanzprodukt, das mit einem Volumen von durchschnittlich 160.000 Euro zu Buche schlägt. Dazu Thomas Vogt: "Der Geldwert eines Finanzprodukts entfällt zunehmend als Hemmschwelle, die den Kunden im Zweifelsfall doch in die Filiale treibt. Quasi im Vorbeigehen gemachte Pauschalangebote statt individuell zugeschnittene Offerten dürften diesen Trend künftig sogar noch verstärken."